Voll ins Gemüse…

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Er schreibt besser, als die meisten, die damit ihr Geld verdienen. „Er“, über den das einmal – ich meine, es war in der FAZ – gesagt wurde, ist kein geringerer, als Vincent Klink. Nachdem im letzten Jahr „Häuptling eigener Herd“ bedauerlicherweise eingestellt wurde, scheinen aber Redaktion und Verlag weiterhin zu exisistieren und zu funktionieren. Das Ergebnis: Ein absolut empfehlenswertes Gemüse-Kochbuch. Es kommt daher wie eine etwas übergewichtige Ausgabe der Kult-Zeitschrift. Aufmachung, Layout, Format, alles identisch, nur etwas umfangreicher. Das Verhältnis von Texten („Storys“) und Rezepten verschiebt sich zugunsten der Rezepte, und es fehlen bis auf Wiglaf Droste die Gastautoren. Die Zeichnungen stammen vom Autor selbst und sorgen für Auflockerung und für die Wiedererkennbarkeit. Es ist klipp und klar ein Kochbuch, in dem die Textpassagen aber allesamt sehr lesenswert sind. Fundiertes Wissen über die einzelnen Gemüsesorten, Anekdoten und Zitate aus der Literatur: Vincent Klink schreibt kurzweilig, frei von der Leber weg, nimmt, wenn es um kritische Anmerkungen geht, kein Blatt vor den Mund. Der letzte Satz auf der letzten Seite, dort wo auch das Impressum steht: „Liebe Leser, es könnte sein, dass ich mir in diesem Buch einige Male widerspreche. Nehmen Sie es mir nicht krumm, ehrlich gesagt, ich widerspreche mir nämlich lieber selbst, als mir von anderen widersprechen zu lassen.“ So kennt man ihn eben.

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Schlichte Aufmachung, hochwertiger Inhalt.

Das Buch ist schlicht gehalten, ein Rezeptregister fehlt, ist aber auch nicht erforderlich. Die Gliederung nach Genüsesorten sorgt für ausreichende Übersichtlichkeit. Das Buch lädt ein zum Stöbern, will aber eigentlich gelesen werden. Es hat einen Platz im Bücherregal jedes Kochbegeisterten verdient, und als Vegetarier kommt man kaum daran vorbei.

Erster Test: Der Kartoffelkuchen. Einfach und extrem lecker. Man bereitet einen Teig aus 500 g grob geriebenen Kartoffeln, einer in Öl glasig gedünsteten Zwiebel, 2 EL Kartoffelstärke, 1 Becher Crème fraîche, 2 Eiern, 50 g geriebenem Bergkäse und etwas edelsüßem Paprikapulver. Kein Salz! In eine gefettete Springform geben und bei 220° 30 Min. backen. In der Zwischenzeit 100 g rosa Champignons, 1/2 Bund Frühlingszwiebeln und 4 Tomaten kleinschneiden und in etwas Sonnenblumenöl dünsten. 2 ganz fein gewürfelte Knoblauchzehen dazu, salzen und etwas pfeffern. Die Mischung auf den Kuchen geben, mit einer handvoll klein geschnittenem Rucola bestreuen und mit in dünne Scheiben geschnittenem Mozzarella belegen. Die im Rezept angegebene Menge halte ich für etwas zu gering. Damit der Rucola beim weiteren Backen nicht austrocknet, sollte man den Kuchen möglichst lückenlos belegen. Da reicht eine Kugel, selbst wenn man ihn sehr dünn schneidet, nicht aus. Also lieber etwas mehr. Alles für weitere 10 Min. in den Ofen und den fertigen Kuchen zum Schluss mit zerkleinerten Basilikumblättern bestreuen. Die Menge ist für 2 Personen gedacht; da braucht man einen guten Appetit 😉 Mit einer kleinen Salatbeilage gibt solch ein Kuchen aber auch eine schöne Vorspeise für ca. 6 Personen ab. Dazu passt Riesling oder weißer oder grauer Burgunder. ALLERBESTER KRAM!

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Der fertige Kuchen.

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…und hier auf dem Teller.

REZEPT

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