ZEIT-Kochtag am 22. April 2016: Es gibt Coq flambé

| Keine Kommentare

ZEITKochtag2016_Visual

Clemens Wilmenrod habe ich im damaligen Fernsehen nicht miterlebt. Der Grund: in unserem Haus gab es keinen Fernseher. Als der dann Mitte oder Ende der 60er Jahre auch bei uns, im letzten fernsehfreien Haushalt der Straße Einzug hielt, waren auch damals schon Kochsendungen angesagt. Ich selbst kann mich daran nicht mehr erinnern. Erinnern kann ich mich aber an den Tag, als meine Eltern nach einer solchen Sendung sich gemeinsam ans Werk machten, das Gesehene und Gehörte in die Tat umzusetzen. Das war neu! Mein Vater war bis dahin über Bratkartoffeln und Spiegeleier nicht hinausgekommen, und jetzt das: das sah ganz so aus, als sei Kochen doch vielleicht mehr, als nur die Familie mit Nahrung zu versorgen. Coq flambé.

Man nehme: ein Brathähnchen, zwei Zwiebeln, zwei Möhren, Petersilie, Thymian, ein Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer Butter und schließlich einen ordentlichen Schluck trockenen Weißwein. Der war zu der Zeit in einem ostwestfälischen Haushalt eher selten anzutreffen, aber in diesem Punkt waren meine Eltern der Zeit ganz klar voraus 😉

Beim Einkauf geht es bei uns inzwischen sehr regional und möglichst nachhaltig zu. Die Hähnchen, die wir hier üblicherweise direkt vom Bauern bekommen liegen meist bei ca. 3 kg. Für unser Vorhaben eindeutig zu groß. Der Citti-Markt hilft beim Blick über die Grenzen: Aktionswoche, es gibt französische Maishähnchen, Label Rouge (Freilandhaltung, sehr hohe Auflagen). Kann man mit gutem Gewissen kaufen. Unseres hat heute 1100 g und schließlich hat unser Rezept ja einen eindeutig französischen Ursprung.

IMG_0447

Der Einkauf. Es fehlt die Petersilie. Die war kurz vor Feierabend frisch nicht mehr zu bekommen, also muss die tiefgekühlte herhalten.

IMG_0449

Nachdem Flügel, Hals und Bürzel abgetrennt sind, kommt der Vogel auf den Drehspieß des Backofens, wird mit flüssiger Butter bepinselt, gesalzen und gepfeffert, und dann geht’s bei 170° für 45 Minuten in den Ofen. Umluft.

IMG_0457

IMG_0453

Die abgetrennten Hähnchenteile in Butter anbraten. Das spritzt ein wenig, gibt aber schöne Aromen. Zwiebeln und heute mal auch etwas Knoblauch dazu. Salzen und pfeffern. Thymian und Lorbeeblatt zugeben.  Zum Schluss die Möhren, mit Wein ablöschen und geschlossen 25 Minuten bei kleiner Hitze schmoren. Gegen Ende der Garzeit kommt noch die Petersilie dazu.

IMG_0455

Inzwischen sind auch die Baguettes fertig, und wir kommen zum Höhepunkt:

IMG_0463

Der Hahn wird auf das Gemüse gesetzt und mit Cognac (Weinbrand) flambiert. Und obwohl mein Vater nie studiert hat, gehörte es zum Ritual, dass er dabei aus voller Brust das alte Studentenlied schmetterte: „Aus Feuer ward der Geist geschaffen…“

Logo

Dieser Beitrag erscheint anlässlich des ZEIT Kochtags 2016, einem bundesweiten Aktionstag am 22. April, der Menschen dazu anregen soll, selbst zu kochen und sich mit ihrem Essen bewusst auseinanderzusetzen.

REZEPT Coq flambé

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Mit der weiteren Benutzung dieser Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen